Sicherheitsdatenblatt richtig lesen: Die 16 Abschnitte einfach erklärt
Ein Sicherheitsdatenblatt wirkt auf den ersten Blick wie ein Dokument für Spezialisten: viele Seiten, Fachbegriffe, Abkürzungen und gesetzliche Verweise. Im Arbeitsalltag geht es jedoch nicht darum, jede Zeile auswendig zu kennen. Entscheidend ist, schnell die Angaben zu finden, die für den sicheren Umgang mit einer Chemikalie wirklich relevant sind.
Dieser Leitfaden zeigt, wo Sie Informationen zu Gefahren, persönlicher Schutzausrüstung, Lagerung, Erster Hilfe, Reaktivität und Entsorgung finden. Außerdem erfahren Sie, welche Abschnitte Sie vor Arbeitsbeginn besonders aufmerksam prüfen sollten.
Inhaltsverzeichnis
- Was ist ein Sicherheitsdatenblatt?
- Warum ist das Sicherheitsdatenblatt wichtig?
- Die 16 Abschnitte des Sicherheitsdatenblatts
- Gefahrenkennzeichnung: Piktogramme, H- und P-Sätze
- Persönliche Schutzausrüstung richtig auswählen
- Chemikalien richtig lagern
- Verhalten bei Verschütten, Brand oder Kontakt
- Typische Fehler beim Umgang mit Sicherheitsdatenblättern
- Checkliste vor Arbeitsbeginn
Was ist ein Sicherheitsdatenblatt?
Das Sicherheitsdatenblatt, kurz SDB, enthält zentrale Informationen über einen chemischen Stoff oder ein Gemisch. Im Englischen wird es als Safety Data Sheet, kurz SDS, bezeichnet.
Es informiert unter anderem über:
- die Identität und Zusammensetzung des Produkts,
- mögliche Gesundheits- und Umweltgefahren,
- physikalische und chemische Eigenschaften,
- notwendige Schutzmaßnahmen,
- sichere Handhabung und Lagerung,
- Erste-Hilfe-Maßnahmen,
- Verhalten bei Bränden oder unbeabsichtigter Freisetzung,
- Entsorgung und Transport.
Aufbau und Inhalt eines Sicherheitsdatenblatts richten sich nach der REACH-Verordnung. In Deutschland verweist auch die Gefahrstoffverordnung auf diese Anforderungen. Sicherheitsdatenblätter, die seit dem 1. Januar 2023 bereitgestellt werden, müssen dem Format der Verordnung (EU) 2020/878 entsprechen.
Ein Sicherheitsdatenblatt ersetzt jedoch keine betriebliche Gefährdungsbeurteilung. Es liefert die produktspezifischen Informationen, auf deren Grundlage geeignete Schutzmaßnahmen für die konkrete Tätigkeit festgelegt werden.
Warum ist das Sicherheitsdatenblatt wichtig?
Der Produktname allein reicht nicht aus, um eine Chemikalie sicher zu verwenden. Zwei Produkte mit ähnlicher Bezeichnung können sich deutlich unterscheiden - etwa durch ihre Konzentration, Reinheit oder Zusammensetzung.
Dadurch können auch die Anforderungen an den Arbeitsschutz verschieden sein.
Das Sicherheitsdatenblatt beantwortet wichtige Fragen:
- Welche Gefahren gehen von dem Produkt aus?
- Muss mit Dämpfen, Staub oder Spritzern gerechnet werden?
- Welche Handschuhe sind geeignet?
- Ist eine Schutzbrille oder ein Gesichtsschutz erforderlich?
- Darf das Produkt neben Säuren, Laugen oder Oxidationsmitteln gelagert werden?
- Was ist nach Haut- oder Augenkontakt zu tun?
- Wie müssen verschüttete Mengen aufgenommen werden?
Für Arbeitgeber gehört das Sicherheitsdatenblatt zu den Informationsquellen, die bei der Gefährdungsbeurteilung berücksichtigt werden müssen.
Deshalb sollte das Dokument nicht erst nach einem Zwischenfall geöffnet werden. Die wichtigsten Angaben müssen vor der ersten Verwendung bekannt sein.
Die 16 Abschnitte des Sicherheitsdatenblatts
Ein Sicherheitsdatenblatt folgt einer festgelegten Struktur aus 16 Abschnitten. Dadurch finden Anwender bestimmte Angaben immer an derselben Stelle - unabhängig vom Hersteller oder Lieferanten.
Abschnitt 1: Bezeichnung des Stoffs beziehungsweise Gemischs und des Unternehmens
Dieser Abschnitt enthält die grundlegenden Produktinformationen:
- Produktname und Produktidentifikator,
- vorgesehene Verwendungszwecke,
- Verwendungen, von denen abgeraten wird,
- Angaben zum Lieferanten.
Prüfen Sie zuerst, ob das Sicherheitsdatenblatt tatsächlich zum verwendeten Produkt gehört. Achten Sie besonders auf Konzentration, Variante und chemische Bezeichnung.
Ein Sicherheitsdatenblatt für eine verdünnte Lösung darf nicht automatisch auf einen konzentrierten Stoff übertragen werden.
Abschnitt 2: Mögliche Gefahren
Abschnitt 2 gehört zu den wichtigsten Teilen des Dokuments.
Hier finden Sie:
- die Einstufung des Produkts,
- GHS-Gefahrenpiktogramme,
- das Signalwort „Gefahr“ oder „Achtung“,
- Gefahrenhinweise, also H-Sätze,
- Sicherheitshinweise, also P-Sätze,
- weitere mögliche Gefahren.
Dieser Abschnitt liefert den schnellsten Überblick darüber, welche Risiken beim Umgang mit dem Produkt bestehen.
Abschnitt 3: Zusammensetzung und Angaben zu Bestandteilen
Bei einem einzelnen Stoff stehen hier Angaben zu seiner chemischen Identität. Bei Gemischen werden die für die Einstufung relevanten Bestandteile aufgeführt.
Typische Informationen sind:
- chemische Bezeichnung,
- CAS-Nummer,
- EG-Nummer,
- Konzentration oder Konzentrationsbereich,
- Einstufung einzelner Bestandteile.
Dieser Abschnitt ist besonders wichtig, wenn ein Produkt nicht nur aus einer einzigen Substanz besteht.
Abschnitt 4: Erste-Hilfe-Maßnahmen
Hier wird beschrieben, was nach einer möglichen Exposition zu tun ist.
Die Angaben sind meist nach vier Kontaktwegen gegliedert:
- Einatmen,
- Hautkontakt,
- Augenkontakt,
- Verschlucken.
Zusätzlich können typische Symptome und verzögert auftretende Beschwerden genannt werden.
Das Sicherheitsdatenblatt sollte deshalb so aufbewahrt werden, dass Beschäftigte und Ersthelfer im Notfall schnell darauf zugreifen können.
Abschnitt 5: Maßnahmen zur Brandbekämpfung
Dieser Abschnitt enthält Hinweise zu:
- geeigneten Löschmitteln,
- ungeeigneten Löschmitteln,
- besonderen Gefahren bei einem Brand,
- gefährlichen Verbrennungs- oder Zersetzungsprodukten,
- notwendiger Schutzausrüstung für Einsatzkräfte.
Wasser ist nicht für jeden Stoff das richtige Löschmittel. Manche Chemikalien reagieren mit Wasser oder setzen dabei gefährliche Stoffe frei.
Abschnitt 6: Maßnahmen bei unbeabsichtigter Freisetzung
Was ist zu tun, wenn ein Behälter undicht wird oder eine Chemikalie verschüttet wurde?
Abschnitt 6 beschreibt:
- persönliche Vorsichtsmaßnahmen,
- notwendige Schutzausrüstung,
- Umweltschutzmaßnahmen,
- geeignete Verfahren zur Aufnahme,
- Hinweise zur Reinigung,
- ungeeignete Methoden oder Materialien.
Vor der Arbeit mit größeren Mengen sollte geprüft werden, ob passende Bindemittel, Auffangbehälter und Schutzmittel vorhanden sind.
Abschnitt 7: Handhabung und Lagerung
Hier stehen die Bedingungen für einen sicheren Umgang und eine sichere Aufbewahrung.
Dazu gehören beispielsweise:
- Anforderungen an die Belüftung,
- Hinweise zur Vermeidung von Staub oder Aerosolen,
- Schutz vor Hitze, Licht oder Feuchtigkeit,
- geeignete Behältermaterialien,
- Lagertemperaturen,
- Zusammenlagerungsverbote,
- unverträgliche Stoffgruppen.
Gerade bei reaktiven Stoffen reicht die Angabe „trocken lagern“ nicht aus. Ebenso wichtig ist die Frage, neben welchen Chemikalien das Produkt nicht stehen darf.
Abschnitt 8: Begrenzung und Überwachung der Exposition sowie persönliche Schutzausrüstung
Abschnitt 8 enthält konkrete Angaben zum Schutz der Anwender.
Mögliche Informationen sind:
- Arbeitsplatzgrenzwerte,
- technische Lüftungsmaßnahmen,
- Atemschutz,
- Augen- und Gesichtsschutz,
- geeignete Schutzhandschuhe,
- Schutzkleidung,
- Maßnahmen zum Umweltschutz.
Bei Schutzhandschuhen sollte nicht nur auf das Material geachtet werden. Auch Materialstärke, Durchbruchzeit und Kontaktdauer spielen eine Rolle.
Ein einfacher Einweghandschuh schützt nicht automatisch vor jeder Säure, Lauge oder jedem Lösungsmittel.
Abschnitt 9: Physikalische und chemische Eigenschaften
Hier wird das Produkt anhand seiner messbaren Eigenschaften beschrieben.
Dazu können gehören:
- Aggregatzustand,
- Farbe und Geruch,
- Schmelz- und Siedepunkt,
- Entzündbarkeit,
- Flammpunkt,
- pH-Wert,
- Dichte,
- Löslichkeit,
- Dampfdruck,
- Zersetzungstemperatur.
Diese Angaben helfen dabei, das Verhalten eines Stoffes bei Erwärmung, Verdünnung, Verarbeitung oder Lagerung einzuschätzen.
Abschnitt 10: Stabilität und Reaktivität
Dieser Abschnitt zeigt, unter welchen Bedingungen gefährliche Reaktionen möglich sind.
Geprüft werden sollten vor allem:
- chemische Stabilität,
- Möglichkeit gefährlicher Reaktionen,
- zu vermeidende Bedingungen,
- unverträgliche Materialien,
- gefährliche Zersetzungsprodukte.
Abschnitt 10 ist besonders wichtig, bevor verschiedene Chemikalien gemischt, gemeinsam verarbeitet oder nebeneinander gelagert werden.
Dass zwei Stoffe einzeln stabil sind, bedeutet nicht, dass sie miteinander verträglich sind.
Abschnitt 11: Toxikologische Angaben
Hier werden mögliche gesundheitliche Auswirkungen beschrieben.
Dazu zählen unter anderem:
- akute Toxizität,
- Haut- und Augenreizung,
- Ätzwirkung,
- Sensibilisierung,
- Keimzellmutagenität,
- Karzinogenität,
- Reproduktionstoxizität,
- Organschäden,
- Aspirationsgefahr.
Wichtig ist die Unterscheidung zwischen sofort auftretenden Beschwerden und möglichen Langzeitfolgen.
Nicht jede schädliche Exposition verursacht unmittelbar sichtbare Symptome.
Abschnitt 12: Umweltbezogene Angaben
Dieser Abschnitt enthält Informationen über mögliche Auswirkungen auf Wasser, Boden und Umwelt.
Dazu gehören:
- Toxizität für Wasserorganismen,
- Abbaubarkeit,
- Bioakkumulationspotenzial,
- Mobilität im Boden,
- weitere umweltbezogene Gefahren.
Auch kleine Produktmengen dürfen nicht automatisch über Waschbecken oder Kanalisation entsorgt werden.
Abschnitt 13: Hinweise zur Entsorgung
Hier finden Sie Hinweise zum Umgang mit:
- Produktresten,
- verunreinigten Materialien,
- gebrauchten Bindemitteln,
- kontaminierten Verpackungen.
Die endgültige Entsorgung richtet sich zusätzlich nach den geltenden örtlichen und betrieblichen Vorschriften.
Chemikalienreste sollten nicht ohne vorherige Prüfung miteinander vermischt werden.
Abschnitt 14: Angaben zum Transport
Dieser Abschnitt ist besonders für Versand, Logistik und innerbetriebliche Beförderung relevant.
Mögliche Angaben sind:
- UN-Nummer,
- offizielle Versandbezeichnung,
- Transportgefahrenklasse,
- Verpackungsgruppe,
- Umweltgefahren,
- besondere Vorsichtsmaßnahmen.
Eine Chemikalie kann beim normalen Einsatz handhabbar sein und dennoch beim Transport besonderen Gefahrgutvorschriften unterliegen.
Abschnitt 15: Rechtsvorschriften
Hier werden produktspezifische Vorschriften zu Sicherheit, Gesundheits- und Umweltschutz genannt.
Der Abschnitt kann außerdem Informationen darüber enthalten, ob eine Stoffsicherheitsbeurteilung durchgeführt wurde.
Abschnitt 16: Sonstige Angaben
Im letzten Abschnitt finden Sie häufig:
- Erläuterungen zu Abkürzungen,
- den vollständigen Wortlaut bestimmter H-Sätze,
- Literatur- und Datenquellen,
- Schulungshinweise,
- Angaben zu Änderungen gegenüber älteren Versionen.
Nach einer Überarbeitung des Sicherheitsdatenblatts sollen die Änderungen in Abschnitt 16 kenntlich gemacht werden, sofern sie nicht bereits an anderer Stelle angegeben sind.
Gefahrenkennzeichnung: Piktogramme, H - und P-Sätze
Die Gefahrenkennzeichnung in Abschnitt 2 besteht aus mehreren Elementen. Sie müssen gemeinsam betrachtet werden.
GHS-Gefahrenpiktogramme
Die rautenförmigen Symbole zeigen, welche Art von Gefahr grundsätzlich vorliegt.
Sie können beispielsweise auf folgende Eigenschaften hinweisen:
- explosiv,
- entzündbar,
- oxidierend,
- Gas unter Druck,
- ätzend,
- akut toxisch,
- reizend oder gesundheitsschädlich,
- langfristig gesundheitsgefährdend,
- umweltgefährlich.
Ein Piktogramm allein erklärt jedoch noch nicht, wie stark die Gefahr ist oder unter welchen Bedingungen sie auftritt.
H-Sätze
H-Sätze beschreiben die Gefahr.
Sie informieren beispielsweise darüber, ob ein Produkt:
- Haut oder Augen reizt,
- schwere Augenschäden verursacht,
- entzündbar ist,
- beim Einatmen giftig wirkt,
- Organe schädigen kann,
- für Wasserorganismen gefährlich ist.
P-Sätze
P-Sätze beschreiben empfohlene Vorsichtsmaßnahmen.
Sie geben unter anderem Hinweise dazu:
- welche Schutzausrüstung getragen werden soll,
- wie das Produkt aufzubewahren ist,
- was nach einem Kontakt zu tun ist,
- wie im Brandfall vorzugehen ist,
- wie Reste entsorgt werden sollen.
Vereinfacht gesagt:
H-Sätze beantworten die Frage: Was kann passieren?
P-Sätze beantworten die Frage: Wie lässt sich das Risiko reduzieren?
Persönliche Schutzausrüstung richtig auswählen
Im Sicherheitsdatenblatt steht „Schutzhandschuhe tragen“. Bedeutet das, dass beliebige Handschuhe ausreichen?
Nein.
Die geeignete persönliche Schutzausrüstung hängt von mehreren Faktoren ab:
- Konzentration des Produkts,
- eingesetzte Menge,
- Dauer des Kontakts,
- Temperatur,
- Häufigkeit der Tätigkeit,
- Spritz- oder Aerosolbildung,
- Belüftung,
- chemische Beständigkeit des Materials.
Abschnitt 8 liefert produktspezifische Hinweise. Die endgültige Auswahl muss jedoch zur konkreten Tätigkeit passen.
Das Abwiegen weniger Gramm eines Feststoffs kann andere Maßnahmen erfordern als das Umfüllen einer konzentrierten Flüssigkeit aus einem großen Gebinde.
Dasselbe gilt für den Atemschutz. Ein Atemschutzgerät ersetzt keine geeignete technische Lüftung oder Absaugung.
Chemikalien richtig lagern
Die wichtigsten Angaben zur Lagerung finden Sie in den Abschnitten 7 und 10.
Vor der Einlagerung sollten Sie prüfen:
- Muss das Produkt kühl gelagert werden?
- Ist es vor Licht oder Feuchtigkeit zu schützen?
- Muss das Gebinde besonders dicht verschlossen bleiben?
- Können gefährliche Dämpfe entstehen?
- Welche Temperaturen sind zu vermeiden?
- Darf das Produkt neben Säuren oder Laugen stehen?
- Ist eine getrennte Lagerung von Oxidationsmitteln erforderlich?
- Sind Auffangwannen oder Sicherheitsschränke notwendig?
Chemikalien sollten nicht allein nach Verpackungsgröße oder freiem Regalplatz sortiert werden.
Entscheidend sind ihre Eigenschaften und mögliche Reaktionen untereinander.
Besondere Aufmerksamkeit benötigen unter anderem:
- Säuren und Laugen,
- Oxidationsmittel,
- entzündbare Flüssigkeiten,
- wasserreaktive Stoffe,
- giftige Substanzen,
- temperaturempfindliche Produkte.
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Zur KategorieVerhalten bei Verschütten, Brand oder Kontakt
Im Notfall sind vor allem vier Abschnitte wichtig:
- Abschnitt 4: Erste-Hilfe-Maßnahmen,
- Abschnitt 5: Brandbekämpfung,
- Abschnitt 6: unbeabsichtigte Freisetzung,
- Abschnitt 13: Entsorgung aufgenommener Rückstände.
Diese Informationen sollten bereits vor Arbeitsbeginn bekannt sein.
Je nach Produkt können folgende Mittel erforderlich sein:
- Augenspülflasche oder Augendusche,
- chemikalienbeständige Handschuhe,
- geeignetes Bindemittel,
- Auffangbehälter,
- Gesichtsschutz,
- passendes Löschmittel,
- gut sichtbare Notrufinformationen.
Wird eine Chemikalie verschüttet, sollte sie nicht ohne Prüfung mit Wasser weggespült werden. Ebenso wenig sollte ein unbekannter Stoff mit beliebigen Reinigungsmitteln neutralisiert werden.
Die richtige Vorgehensweise hängt von den Angaben des produktspezifischen Sicherheitsdatenblatts ab.
Typische Fehler beim Umgang mit Sicherheitsdatenblättern
Nur die Piktogramme prüfen
Die Symbole liefern einen schnellen Überblick. Sie zeigen aber nicht alle notwendigen Schutz-, Lager- und Notfallmaßnahmen.
Ein veraltetes Sicherheitsdatenblatt verwenden
Kontrollieren Sie das Ausstellungs- beziehungsweise Überarbeitungsdatum sowie die Versionsnummer.
Eine neue Einstufung, veränderte Zusammensetzung oder geänderte gesetzliche Anforderungen können eine Aktualisierung notwendig machen.
Das Sicherheitsdatenblatt eines ähnlichen Produkts nutzen
Ähnliche Produktnamen bedeuten nicht automatisch identische Eigenschaften.
Konzentration, Reinheit und Zusatzstoffe können die Einstufung und Schutzmaßnahmen verändern.
Schutzmaßnahmen ungeprüft übernehmen
Das Sicherheitsdatenblatt beschreibt das Produkt. Das tatsächliche Risiko hängt zusätzlich von der Tätigkeit, Menge, Temperatur und Expositionsdauer ab.
Nur den Abschnitt zur Lagerung lesen
Für eine sichere Lagerung sollten Abschnitt 7 und Abschnitt 10 gemeinsam betrachtet werden.
Abschnitt 7 beschreibt die Lagerbedingungen. Abschnitt 10 zeigt mögliche Reaktionen und unverträgliche Materialien.
Das Dokument erst im Notfall suchen
Ein Sicherheitsdatenblatt hilft nur dann, wenn es schnell erreichbar ist.
Beschäftigte sollten wissen, wo es abgelegt ist und welche Abschnitte sie im Notfall benötigen.
Checkliste vor Arbeitsbeginn
Bevor Sie eine Chemikalie erstmals verwenden, prüfen Sie:
- Stimmt der Produktname mit dem Sicherheitsdatenblatt überein?
- Ist die Konzentration beziehungsweise Produktvariante korrekt?
- Ist das Sicherheitsdatenblatt aktuell?
- Welche Gefahren nennt Abschnitt 2?
- Welche Schutzausrüstung wird in Abschnitt 8 empfohlen?
- Welche Stoffe und Bedingungen sind laut Abschnitt 10 zu vermeiden?
- Welche Lagerbedingungen nennt Abschnitt 7?
- Welche Erste-Hilfe-Maßnahmen stehen in Abschnitt 4?
- Was ist bei Verschütten nach Abschnitt 6 zu tun?
- Wie müssen Produktreste entsorgt werden?
- Sind geeignete Schutz- und Notfallmittel vorhanden?
- Ist das Sicherheitsdatenblatt für alle betroffenen Personen zugänglich?
Ein Sicherheitsdatenblatt wird deutlich übersichtlicher, sobald Sie nicht versuchen, jede Seite gleichzeitig auszuwerten.
Für die praktische Arbeit sind besonders die Abschnitte 2, 4, 6, 7, 8 und 10 relevant. Dort finden Sie die wichtigsten Angaben zu Gefahren, Schutzmaßnahmen, Lagerung, Reaktivität und Verhalten im Notfall.
Bei ChemMarkt.de finden Sie chemische Reagenzien und technische Rohstoffe für Labor, Industrie und professionelle Anwendungen. Prüfen Sie vor jeder Verwendung die produktspezifische Kennzeichnung sowie das zugehörige Sicherheitsdatenblatt.
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